Zahlen und Trends: Bluthochdruck in Deutschland

17. Juli 2016

Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE) kompakt ist eine Informationsreihe, in der pro Ausgabe ein Gesundheitsthema anhand aktueller Studiendaten vorgestellt wird. Die Autoren sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts. Ende 2015 wurden Informationen aus Studien und epidemiologischen Erhebungen zum Thema hoher Blutdruck zusammengefasst.

Die Erhebungen zeigen mehrere interessante Punkte:

  • Der Blutdruck bei Erwachsenen in Deutschland ist zwischen 1997-1999 und 2008-2011 deutlich gesunken.
  • Der Anteil der Erwachsenen, die wissen, dass sie erhöhten Blutdruck haben bzw. deswegen behandelt werden und gut eingestellt sind, ist gestiegen.
  • Geschätzt ein Drittel aller Erwachsenen haben Bluthochdruck. Dennoch nimmt (nur) jeder 4. Erwachsene Medikamente dagegen.
  • Nur jeder dritte, unbehandelte Erwachsene hat einen optimalen Blutdruck.

Erhöhter Blutdruck stellt einen wesentlichen Risikofaktor für Herz- und Gefäßkrankheiten dar. Der Grenzwert zum Bluthochdruck liegt bei 140/90 mmHg. Oberhalb dieser Werte sollte der Blutdruck behandelt werden. Beobachtungsstudien zeigen jedoch, dass auch niedrigere Werte bereits Folgen haben können und das Risiko für Herz-/Gefäßerkrankungen, aber auch Nierenschwäche und Demenz erhöhen. Daher wird nur ein Blutdruck von unter 120/80 mmHg als optimal bezeichnet.

Da man durch Verbesserung der Lebensstilgewohnheiten den Blutdruck am effektivsten günstig beeinflussen kann, kommt dieser eine besondere Bedeutung zu. Eine gesunde Ernährung und körperliche Aktivität spielen dabei eine besondere Rolle. Die DEGS1 Studie (Truthmann et. al. 2015) hat gezeigt, dass nur jeder Sechste 40-79-jährige die empfohlenen Grenzwerte bei fünf wichtigen Lebensstilfaktoren erreicht. (untersucht wurden körperliche Aktivität, Übergewicht, Rauchen, Obst- und Alkoholkonsum).

Die Zahlen und Trends zeigen, dass der Blutdruck in den letzten Jahren mehr in den Fokus gerückt ist und damit Verbesserungen erreicht wurden. Gleichzeitig zeigt sich die Relevanz der Lebensstilfaktoren. Gerade hier gibt es aber noch ein großes Verbesserungspotential. Verläufe in unserer Praxis bestätigen allerdings auch die Daten aus Studien: wer etwa 10 Kilogramm abnimmt, kann den oberen Wert um bis zu 20 mmHg, den unteren um bis zu 10 mmHg senken. Eine entspannende Wirkung kennen viele Bluthochdruckpatienten durch Ausdauersport. Die Werte liegen nach einer Sporteinheit oft in einem besonders optimalen Bereich. Der Vorteil: eine Ernährungsumstellung und Sport mit dem Effekt einer Gewichtsreduktion verbessern oft auch die Cholesterinspiegel, die Blutzucker- und Insulinregulation und Entzündungswerte.

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