Brustkrebs Screening: positive Daten aus Münster

24. September 2016

Seit 2005 werden Frauen ab 50 Jahre alle 2 Jahre zu einer Mammografie eingeladen. Ziel des nationalen Programms ist die Senkung der Sterblichkeit an Brustkrebs. Der Nutzen wird kontrovers diskutiert. Eine Studie aus Münster sieht nun erste positive Effekte (1).

2012 sind knapp 70.000 Frauen neu an Brustkrebs erkrankt. Das Lebenszeitrisiko für Brustkrebs liegt bei Frauen bei 12,8 %. Wenig bekannt: auch Männer können Brustkrebs entwickeln. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist gering. Etwa 600 Neuerkrankungen traten 2012 auf (2).

Ziel des Mammografie-Screenings ist die möglichst frühe Erkennung von Brustkrebs. In diesem Stadium ist die Heilung durch eine brusterhaltende Operation mit anschließender Bestrahlung möglich. Im Screening werden aber auch Spätstadien entdeckt, in denen Heilung und Überleben weniger häufig erreicht werden.

Auswertungen des Krebsregisters aus NRW für die Region Münster zeigen nun erstmals einen Rückgang von Spätdiagnosen von Frauen im Alter von 55 bis 69 Jahren, also potentiellen Teilnehmerinnen am Screening. Epidemiologien werten dies als Folge und Erfolg des Screenings. Ein Rückgang der Sterblichkeit ist (noch?) nicht erkennbar.

Für Darmkrebs ist dies bereits der Fall (siehe auch Darmkrebs wird Dank Vorsorge häufiger überlebt). Allerdings erfolgte die Einführung des Screenings bereits 2003 und damit einige Jahre früher als das Angebot zu Mammographie. Und: mit der Entfernung von Darmpolypen als gutartige Vorstufe für potentiellen Darmkrebs ist die Darmspiegelung in der Lage Neuerkrankungen zu verhindern (Krebsprävention), während das Ziel des Mammografie-Screenings die Erkennung früher, heilbarer Stadien ist (Krebsfrüherkennung). Unabhängig davon haben beide Vorsorgeuntersuchungen ein gleiches Problem: eine (zu) geringe Inanspruchnahme.

 

  1. Cancer Epidemiology (2016; 44: 44-51); http://dx.doi.org/10.1016/j.canep.2016.07.006
  2. Zentrum für Krebsregisterdaten des Robert Koch Institutes; www.krebsdaten.de